Jobs für Autisten – auticon

Der erste Arbeitsmarkt für Autisten ist knapp – nur ca. 5% von ihnen haben einen Beruf, von dem sie auch leben können. Die berliner Firma auticon stellt bevorzugt Autisten ein und nutzt deren besondere Fähigkeiten. Ein interessanter Artikel über die Firma steht in der sz vom 6.11.2012.

Mehr Informationen zum Thema Autismus findet man beim Bundesverband.

Sehr hilfreich, nicht nur für Kinder, ist das Buch „Tomaten gehören nicht auf die Augen“. In dem inzwischen erschienenen Bilderbuch von Kristin Behrmann und Hajo Seng wird die Alltagswelt von Autisten gezeigt.

Neue Studie zu Lernstörungen in der Grundschule

In einer neuen Studie des Forschungsprojekts RABE wurden 2195 Grundschulkinder aus mehreren Bundesländern getestet. Das traurige Ergebnis: 13,3% dieser Kinder haben eine Lernstörung. Das heißt, dass sie in einem der drei Kernkompetenzbereiche Lesen, Schreiben oder Rechnen unterhalb der Norm liegen. Und das trotzt einer guten Intelligenz. Bisherige Schätzungen gingen von maximal 10% Lernstörungen bei Grundschulkindern aus. Die Studie ergab zudem, dass bei insgesamt 23,3 Prozent der Kinder eine Lernschwäche in einer oder mehrerer der Grundkompetenzen besteht. Sie erbrachten bedeutend schlechtere Leistungen als der Durchschnitt.

Diesen Kindern ist nicht mit einem einfachen Förderunterricht oder einer Nachhilfe gedient. Sie benötigen frühzeitig eine umfassende Lernberatung und Lerntherapie, damit sie möglichst schnell wieder Erfolge sehen und den Schulalltag bewältigen können. Dies ist die beste Voraussetzung, um einen ordentlichen Schulabschluss erreichen zu können. Und um mit Freude den Beruf lernen zu können, den man sich wünscht.

Leider gibt es in Deutschland viel zu wenige Lerntherapeuten. Daher biete ich in Kooperation mit der Paracelsusschule Oldenburg ab November 2012 eine solche Fortbildung an.

Fachausbildung: Lerntherapie/ Lernberatung

Lernberatung und zusätzliche Hilfe zur Bewältigung der Schule gehören für viele Kinder und Jugendliche in Deutschland inzwischen leider zum Alltag.
Ca. 1,1 Millionen Schüler nehmen allein laut Bertelsmannstudie regelmäßig bezahlten Nachhilfeunterricht, und Eltern geben jährlich bis zu 1,5 Milliarden Euro für diese Hilfen aus. Bereits in der Grundschule werden viele Kinder gefördert. Ebenso gravierend ist die Zunahme der Lernstörungen, die als Folge von Legasthenie und LRS, Dyskalkulie und AD(H)S den Kindern das Lernen in der Schule vom ersten Tag an erschweren. Und diesen Kindern hilft nur ein qualifiziertes individuelles Training. Jedoch haben wir in Deutschland viel zu wenige ausgebildete Lernberater und Lerntherapeuten.

Daher biete ich gemeinsam mit der Montessoripädagogin Ingrid Gimber und der Paracelsus Schule Oldenburg ab November 2012 eine Fachausbildung zum/ zur LernberaterIn/ LerntherapeutIn an.

An 12 Wochenenden innerhalb eines Jahres können Sie dort das Handwerkszeug für diese spannende Tätigkeit erwerben.
Zusätzlich zum Präsenzunterricht erhalten Sie ausführliche Lernskripten, mit denen Sie zwischen den Präsenzwochenenden weiterarbeiten. Die Ausbildung ist sehr praxisorientiert,  die einzelnen Inhalte können sofort in der Praxis angewendet werden.

Ausbildungsinhalte sind:

• Grundlagen der Entwicklung. Teilleistungsbereiche und Teilleistungsstörungen
• Die Entwicklung des Kindes mit den dazugehörigen sensiblen Phasen nach Montessori
• Gehirn, Gedächtnis und das Lernen lernen
• Die Kulturtechniken Lesen und Schreiben. Legasthenie und LRS
• Sprachentwicklung und mathematischer Geist nach Maria Montessori
• Rechenstörung und Dyskalkulie
• ADS und ADHS. Hochbegabung, Autismusspektrum und komorbide Störungen
• Diagnostik, Förderprogramme und -materialien
• Verschiedene Lerntechniken, was lerne ich wann, wo und wie? Lernorganisation und Zeiteinteilung
• Gespräche mit Eltern. Die Therapeuten-/Beraterpersönlichkeit. Therapie und Beratung
• Berufsbild, Praxisgründung und Marketing

Die Zielgruppe für diese Fachausbildung sind Erzieher/-innen, Lehrer/-innen, Ergotherapeuten/ -innen, Logotherapeuten/ -innen, HeilpraktikerInnen für Psychotherapie, engagierte Eltern, aber auch Menschen, die gern mit anderen Menschen mit Lernstörungen arbeiten möchten und noch keine fachlichen Voraussetzungen mitbringen.

Nach der schriftlichen Abschlussprüfung bekommen Sie ein Zertifikat von Paracelsus Schule.

Am Donnerstag, den 11. Oktober 2012 findet um 18.30 Uhr in der Paracelsus Schule Oldenburg (Kanalstr. 23, 26135 Oldenburg)ein kostenloser Informationsabend zu diesem Seminar statt.

Die Fachausbildung beginnt am 09. – 11. November 2012.

Wünschen Sie noch weitere Informationen zum Seminar, rufen Sie bitte die Studienleitung in Oldenburg (0441 – 925 02 60) an. Oder informieren Sie sich direkt bei mir, ich freue mich auf Ihren Anruf!

Schlau und unentdeckt

Die Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher ist in Deutschland immer noch längst nicht so etabliert wie in vielen anderen Ländern der Welt.

Letzte Woche beschäftigte sich der weltweit größte Bildungskongress, der 4. Münsteraner Bildungskongress, mit diesem spannenden Thema. Dazu hat der Deutschlandfunk ein sehr hörenswertes Gespräch gesendet. Die Redaktion von pisaplus fragte u.a. Prof. Christian Fischer (Vorsitzender ICBF), Jutta Meyer (Leiterin eines Gymnasiums) und Fabian Thiel (Schüler aus Münster):

Wie können Hochbegabte in Schulen besser gefördert werden? Was können Lehrer dazu beitragen und welche Ausbildung benötigen sie dafür? Welche Konzepte zur Förderung Hochbegabter sind besonders vielversprechend? Wie können Eltern ihre hochbegabten Kinder unterstützen?
Diese Sendung kann man sich jetzt als Podcast herunterladen.
Und vom Kongress gibt es auch ein Video.

Die Lernpatenbox

Mit der Lernpatenbox werden Lernpatenkinder beim Lernen unterstützt. Doch wer sind Lernpatenkinder?
Lernpatenkinder sind Kinder, die aufgrund von:

  • persönlichen Risikofaktoren, z.B. Krankheit, Beeinträchtigung, negative Selbsteinschätzung
  • schwierigen familiären Situationen, z.B. Verlust eines Elternteils, Scheidung, Missbrauch
  • sozialer Isolation, z.B. Sprachbarrieren, Kulturunterschiede/Migrationshintergrund, Armut
  • belastenden gesellschaftlichen Faktoren, z.B. Ausgrenzung, Niedrigeinkommen, Gewalt

einen erhöhten Unterstützungsbedarf haben, um schulisch erfolgreich zu sein.

Aktuell werden ca. 200 Lernpatenkinder an knapp 50 Schulen in ganz Rheinland-Pfalz von ehrenamtlichen Lernpatinnen/Lernpaten betreuet. Mit Lernboxen an jedem Schulstandort sollen diesen Kindern Lern- und Arbeitsmaterialien zur Verfügung gestellt werden, die es ihnen (mit Hilfe ihrer Lernpatin/ ihres Lernpaten) ermöglichen, schulisch den Anschluss nicht zu verlieren. Die Schülerfirma der BBS Bad Dürkheim stellt Lernpatenboxen zusammen und gibt diese zum Selbstkostenpreis ab. Die Boxen selbst werden dort im Werkunterricht hergestellt. Mit den Boxen arbeiten ehrenamtliche Lernpaten mit sozial benachteiligten Kindern. Ein tolles Projekt, das man unterstützen sollte. So wie der DVLD, der 100 DVDs “Legasthenie und Dyskalkulie IV” gespendet hat.
Schade, dass es so etwas nicht bei uns gibt.

Pädagogische Woche in Oldenburg

Zum 29. Mal findet in Oldenburg die „Pädagogische Woche“ statt. Vom 24. – 27. Sept. 2012 treffen sich an der Carl von Ossietzky Universität Lehrer, Erzieher, Pädagogen, Lerntherapeuten, Eltern, Schüler und alle, die an Fortbildung im pädagogischen Bereich interessiert sind.

Das diesjährige Motto der Pädagogischen Woche lautet “Ausgelernt!?”

Im vorliegenden Programm zur Pädagogischen Woche finden Sie daher Vorträge, Seminare und Workshops zum Erwerb bzw. zum Ausbau der Kompetenzen, die LehrerInnen, ErzieherInnen und andere pädagogische Fachkräfte in der Berufspraxis heute mehr denn je benötigen und sich im Sinne des lebenslangen Lernens im Beruf auch aneignen sollten.

Begleitet wird die Veranstaltung wie immer von einer kleinen, aber feinen Lehr- und Lernmittelausstellung, deren Besuch sich immer wieder lohnt. Eine Cafeteria und die Mensa sorgen für das leibliche Wohl.

Schulanfang in Niedersachsen

Heute ist Schulanfang für alle Schüler in Niedersachsen. Die meisten freuen sich auf ihre neue Klasse. Einige drehen eine „Ehrenrunde“ und sehen dem neuen Jahr wohl eher gelassen entgegen. Recht aufgeregt sind aber meistens die Erstklässler – und noch mehr ihre Eltern. Besonders  wenn das erste Kind eingeschult wird, ergeben sich doch eine Menge Fragen. Im Internet findet man interessante und hilfreiche Seiten, die weiterhelfen, und auch viele Materialien für die Kinder selbst zum Download oder online bereithalten. Eine kleine Auswahl habe ich Ihnen hier aufgezählt.

Zuerst einmal muss das Schulkind wissen, was denn so alles zur Schule ghört. Dazu bietet Stephany Koujou auf ihrem Blog ein kleines Arbeitsheft zum Wahrnehmungstraining an.
Gut geeignet zur Schulung der Feinmotorik und der Raumorientierung sind auch Ausmalbilder. Sehr viele kostenlose und schöne Vorlagen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden finden Sie auf der Seite „Malvorlagen“.

Möglichst schnell möchten die Schüler ja schreiben können. Um die Zahlen schon mal zu üben, bietet der EÖDL eine Zahlendatei an, mit der die Zahlen 1-9 geübt werden können. Wer dann schon ein wenig zählen kann, lädt sich bei Stephany Koujou das kleine Marienkäferarbeitsheft herunter.

Im Gratisbereich von „Mein-Unterrichtsmaterial.de“ gibt es Schreibübungen verschiedenster Form auf unterschiedlichen Lineaturen. Schauen Sie sich dort um! Und hier auch noch eine Buchstabendatei.

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Den Tag als Perlenkette sehen

Diese interessante Internetseite haben 3 Brüder (13, 13 und 15 Jahre) als Projekt für ‘Jugend forscht 2012′ programmiert.
Die Seite  zeigt  sehr anschaulich die etwas andere Wahrnehmungswelt eines Asperger-Autisten.
Ausgesprochen gelungen finde ich die vielen verschiedenen Beispiele zum Alltagserleben. Sehr eindrücklich sind die kleinen Audiofiles, die z.B. zeigen, wie unterschiedlich ein Kind ohne Autismus und ein Kind mit Autismus die Geräusche und Mitteilungen des Lehrers während einer Klassenarbeit wahrnehmen. Grandios!
Quelle Bild: http://www.asperger-wahrnehmung.de/alltag-perlenkette.php

Inklusionspädagogik – unser neuer Kurs ab Herbst 2012

Inklusion ist das aktuell drängende Stichwort, besonders in den Schulen, aber auch in Kindergarten und Krippe.

Ohne dass wir das Wort je verwendet hätten ist der Grundgedanke der Inklusion bereits Leitbild unseres “Klassikers”, dem Kurs ADHS-Pädagogik, gewesen.

Aus den Erfahrungen der seit 2006 durchgeführten Kurse und den Anforderungen von Eltern, Erziehern und Lehrern in Familie, Kindergarten und Schule haben wir den neuen Kurs mit der Kurzbezeichnung ADHS-Inklusionspädagogik unter Einschluss der Störungsbilder des Autismus, Tics und Tourette konzipiert.

Von ADHS gibt es schon fast als Sprichwort, dass es selten allein kommt. An einem ATZ (Autismus-Therapie-Zentrum) erfuhren wir, dass nahezu die Hälfte aller dort diagnostizierten Asperger-Autisten zusätzlich eine ADHS-Diagnose hatten. Schließlich zeigt die Erfahrung, dass auffällig viele Kinder mit ADHS eine Neigung zu Tics haben.

Es ist also kein Zufall, das wir die drei bzw. vier Störungsbilder zusammen in einem Kurs behandeln.

Natürlich richtet sich die Stoffverteilung an der tatsächlichen Verteilung der Störungen aus. Entsprechend liegt der Schwerpunkt beim Thema ADHS. Aber vieles von dem was hilft, Kinder mit ADHS am normalen Leben in Familie, Kindergarten und Schule teilnehmen zu lassen, lässt sich auf Kinder, die von den anderen Störungen betroffen sind, übertragen.

Themen des Kurses sind

  • Landkarte der psych. Störungen und ihre Zusammenhänge
  • Grundlagen der Symptomatologie und Diagnostik
    - Was sind die Symptome? Wie wird die Diagnostik durchgeführt?
    - Möglichkeiten und Grenzen der Erkenntnis bei Laien
  • Neurobiologische Grundlagen
  • Lernen/Lerngesetze – Besonderheiten bei ADHS und Autismus
  • Motivation/Belohnung/Belohnungssystem
  • Grundlagen der Kommunikation – Besonderheiten bei ADHS und Autismus
  • Therapeutische Möglichkeiten und Interventionen
    - Psychotherapie
    - Medikation
    - Ernährung
  • Pädagogische Möglichkeiten und Interventionen
    - Aufmerksamkeits- und Konzentrationstraining
    - Erziehungsgestaltung
    - Lerntraining/Automatisierung

Der Kurs deckt die Arbeit mit Kindern der Altersstufen vom Kindergartenalter bis zum Ende der Schulzeit ab. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf dem Kita- und Grundschulalter. Ein Exkurs in das Krippenalter ist vorgesehen.

Der Kurs beinhaltet 8 Tage bzw. 64 Unterrichtsstunden. Optional kommt noch ein Zertifizierungstermin mit ca. 4 Unterrichtsstunden dazu.
Informationen zu Terminen und Preisen finden Sie auf der Seite von PONTIXX