Glücklich und zufrieden leben….

…ist oft leichter gesagt als getan.
Im Newsletter meiner Kollegin Walburga Kliem fand ich dazu eine nette Geschichte, die Ihnen vielleicht auch gefällt. Oder?
Ich wünsche Ihnen einen glücklichen Tag!

Schäfers Walpurga!

Schäfers Walpurga! – Ja, sie war hilfreich und gut! Und oftmals baten die Menschen des kleinen Dorfes sie um Rat oder Unterstützung. Nicht nur die Kinder ließen sich von ihr erzählen, sondern auch die Erwachsenen.
Oder sie baten sie, dass sie ihnen zuhören sollte. Wirklich und wahrhaftig zuhören können nur ganz wenige Menschen, so mit aller Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Aber Walpurga vermochte auch dies, genau so wie sie es vermochte, in dem kleinen Dorf ihr eigenes Leben zu leben. Walpurga konnte so zuhören, dass ein Mann einmal meinte, er hätte genau gespürt, wie in ihm auf einmal genau die richtigen Gedanken wie aus einem dunklen Moorsee auftauchten. Er hätte nie geglaubt, dass diese Gedanken in ihm drin waren. In einem dunklen Moorsee waren ja nichts zu sehen.

Und deshalb gingen die Menschen immer wieder hin zu Schäfers Walpurga, auch wenn es ihnen manchmal ein wenig unheimlich war, weil sie doch so ein anderer Mensch war als alle anderen Dörfler. Eines Tages besuchte eine Frau Walpurga, eine Mutter von einer ganzen Schar Kinder und Ehefrau eines Mannes, der ständig unterwegs war. Die Frau war ein angesehenes Mitglied im Gemeindevorstand und wohl noch in einigen anderen Vereinen. Sie klagte Walpurga ihr Leid, welche Last sie zu tragen hätte. Und sie seufzte, wie doch jede Aufgabe so schwer und jeder Weg so lang wäre. Stunde um Stunde, Tag um Tag, Jahr um Jahr würden vergehen und sie könne doch nicht alles schaffen.

Walpurga setzte Teewasser auf und stellte der Frau inzwischen ein wenig Gebäck hin und als sie ruhig weiter zuhörte, meinte die Frau: "Wie kannst Du nur so ruhig sein? Wie kannst Du nur so glücklich sein? Was ist das Geheimnis deines Lebens?"

"Nun", antworte Walpurga, "mach jeden Tag EINEN Menschen glücklich?"

Sie stand auf um nach ihrem Teewasser zu schauen und fügte hinzu: "Selbst, wenn dieser eine Mensch Du selbst bist."

An der Tür zur Küche drehte sie sich noch einmal um und ergänzte mit einem liebevollen Blick: "Vor allem, wenn dieser eine Mensch Du selbst bist."

 

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