Digitale Demenz

Ich arbeite gern am und mit dem Computer. Ich benutze ein Navi, höre regelmäßig Hörbücher und finde mein Handy toll. Seit neuestem bin ich sogar bei Facebook vertreten. Und ich schaue auch gern mal einen Film im Fernsehen. Trotzdem, oder vielleicht sogar deshalb, lese ich zur Zeit das Buch “Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen.” von Manfred Spitzer. Ich lese es komplett, von vorn nach hinten, alle Seiten. Verfolgen die Links zu den Quellen und lese auch, was aus welcher Studie stammt und von wann diese Studie ist. Ich beschäftige mich gründlich mit dem Buch – und das ist vielleicht der Grund, warum ich zu einem anderen Schluss als viele Kommentatoren komme, die ich zur Zeit so lese in den diversen Medien. Mit gefällt das Buch! Es ist sehr gut verständlich geschrieben, manchmal witzig, immer mit guten Beispielen belegt. Und wenn man diese nicht aus dem Zusammenhang gerisssen zititert, sondern vollständig erfasst und im vorgesehenen Kontext belässt, sind sie gut nachvollziehbar und schlüssig. Noch bin ich mit dem Lesen nicht fertig. Danach aber stelle ich hier einige für meine Arbeit besonders interessante Punkte aus diesem Buch hier vor. Bis dahin kann sich wer mag ja das Video aus der NDR-Talkshow ansehen.

Und nein, ich stehe nicht auf der Lohnliste von Herrn Prof. Spitzer, des Droemer Knaur Verlages oder von sonst wem.

 

Bitte lächeln!

Zahnraeder "Mit einem Lächeln", so heißt eine Studie, die kürzlich am ZNL durchgeführt wurde. In ihr geht es um den Impuls, den positive Emotionen auf den Lernerfolg ausüben können. Damit wird ein "Kreislauf des Gelingens" in Gang gesetzt:

Diese positiven Impulse beeinflussen den Lernerfolg ganz direkt. Lernerfolge fördern den Optimismus der Lernenden und im Weiteren auch deren SelbstbewusstSpitzergrau_kleinsein und Motivation, die sich wiederum positiv auf weitere Lernerfolge auswirken. Im Rahmen der Studie "Mit einem Lächeln" entstand ein Flyer für die Ausbildung in Betrieben. Er gilt aber auch für andere Schularten und -stufen.

Das ZNL, das „Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen“ in Ulm unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer gibt seit Januar auch einen interessanten Newsletter heraus.

Lerntipps vom Hirnforscher

Vokabeln lernen: Zweimal zehn Minuten genügen.

Spitzergrau_klein Bloß keine Lernorgien! Zweimal am Tag zehn Minuten Vokabeln pauken ist effektiver als eine lange Sitzung, rät der Neurobiologe und Lernforscher Prof. Manfred Spitzer aus Ulm im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Die gute alte Eselsbrücke sollte noch viel mehr genutzt werden. Das Gehirn funktioniert genau so: Neu Gelerntes wird mit Bekanntem verknüpft. Nervenzellen bilden dabei Brücken – Synapsen genannt – zu Nachbarzellen.

Zum Vertiefen des neuen Wissens rät Spitzer, anderen davon zu berichten: "Wer lehrt, lernt selbst." Erfolgserlebnisse beim Lernen schütten Glückshormone im Gehirn aus – aber nur, wenn man sich den Spaß daran erhält, nicht zu lange büffelt und sich realistische Ziele setzt.

Erwachsene müssen sich darauf einstellen, dass sie langsamer lernen als Kinder. Doch weil sie mehr wissen, können sie Neues schneller und besser mit vorhandenem Wissen verknüpfen.

Prof. Spitzer leitet u.a. das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm.

Das betreibt Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Kognitionswissenschaften mit Schwerpunkt Lernforschung. Die daraus gewonnenen Einsichten werden im Dialog mit Praktikern aus Bildungseinrichtungen in Baden-Württemberg und Bayern auf ihre Anwendbarkeit in der Praxis überprüft.