Deutsch oder ein Anglizismus?

Seit 2001 findet immer am zweiten Samstag im September der „Welttag der deutschen Sprache“ statt – ausgerufen vom Verein Deutsche Sprache. Dieser verfolgt das Ziel, die Kultursprache Deutsch zu fördern.

Besonders bekannt ist sein Anglizismen INDEX. Der ist ein recht aktuelles Verzeichnis von Anglizismen der deutschen Allgemeinsprache, das als gebundenes Buch oder auch online (oh, das sollte hier wohl „im Netz“ heißen ;-))

Auch kürt der Verein jährlich den „Sprachpanscher des Jahres“ – für 2012 ist das die Fa. KARSTADT, vertreten durch Andrew Jennings.

Zitat Anfang:„Wir schlagen ungern einen toten Hund“, erklärte der VDS-Vorsitzende Walter Krämer, „aber leider erkennt man eine deutsche Pleitefirma sehr oft daran, dass sie mit ihren Kunden englisch spricht.“ Seit Jennings bei Karstadt ist, werbe die Firma noch konsequenter als vorher mit Sprüchen wie „modern and full of life” für „Midseason-Sale“, „kidswear“ und „home-style“; die VDS-Mitglieder wollten Herrn Jennings daran erinnern, dass die Karstadt-Kaufhäuser nicht in Liverpool und London, sondern in Wuppertal, Berlin und München stehen.“ Zitat Ende

Interessant ist, dass in Deutschland – im Gegensatz zu den Ländern Österreich, Belgien, der Schweiz und Liechtenstein – Deutsch nicht als Landessprache in der Verfassung festgelegt ist. Eigenartig.

Schwierig kann es auch bei Stellenanzeigen werden. Oder wissen Sie genau, was ein Human Resources Manager tut? Er ist Personalleiter und stellt somit bei Bedarf auch den Account Manager oder den Facility Manager ein. Sie verstehen nicht? Macht nichts, hier finden Sie die Übersetzung.

Wie sagte Jean-Paul Belmondo so schön: „Auch ein Mensch, der zwanzig Sprachen beherrscht, gebraucht seine Muttersprache, wenn er sich in den Finger schneidet!“

iCHANCE: Eure Stars zum Lesen und Schreiben

iChance ist ein Portal zur Förderung des Lesens und Schreibens. Alle Inhalte können gehört werden, und viele Prominente erklären in kurzen Statements, warum das Lesen und Schreiben für Sie so wichtig ist. Im Downloadbereich stehen Lernmatrialien und ein witziges Hörspiel bereit. Hereinschauen lohnt sich hier auf alle Fälle!
Die beiden TV-Moderatoren Joko und Klaas sind der Meinung, dass man sich bei Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben auf keinen Fall verstecken, sondern Hilfe holen soll.

Peter Fox erklärt, warum er das Lesen für so wichtig halt.

Tischler Ernst schreibt einen Brief

Das ist ja nun nichts Besonderes, das jemand einen Brief schreibt. Oder? Doch, ist es. Wenn der Brief von einem 55-jährigen ausgelernten Tischler geschrieben wird, der verheiratet ist, mit seiner Frau zwei Kinder großgezogen hat –und Analphabet war. Bis vor zwei Jahren. Damals wurde er durch ein Rückenleiden erwerbsunfähig. Und anstatt zu Hause zu sitzen, ging er zur VHS Oldenburg in einen Intensivkurs zur Alphabetisierung. Täglich. Seinen ersten Brief schrieb er an seine Tochter in Berlin.

Er wollte nun auch anderen helfen und gründete die ABC-Selbsthilfegruppe Oldenburg.

Der Verband der Raiffeisenkassen und Volksbanken hat ihm dafür einen kleinen Filmspot gewidmet.
Weltweit können rund ein Fünftel der erwachsenen Menschen weder lesen noch schreiben. Der Weltalphabetisierungstag (engl. World Literacy Day, auch Weltbildungstag), der seit 1966 alljährlich am 8. September begangen wird, soll an die Problematik des Analphabetismus erinnern.

Der Bundesverband Alphabetisierung berät Betroffene über das Alpha-Telefon (Telefonnummer 0800 – 53 33 44 55) und bietet bundesweit Kurse an.

Aber Leseförderung kann auch andere Wege gehen. Auf heftigen Protest der Organisation „Foodwatch“ stößt die Kooperation der Stiftung Lesen mit McDonalds im September 2012.
Seit dem 31. August gibt McDonald´s Deutschland im Rahmen der aktuellen Happy Meal Aktionsphase (Laufzeit bis Ende September) über 4 Millionen Kinderbücher anstelle von Spielzeug als Bestandteil des Happy Meals aus. Jeweils vier Bücher richten sich an drei- bis fünfjährige Kinder sowie an Sechs- bis Neunjährige. Dabei berücksichtigt die Auswahl unterschiedliche Lesevorlieben von Jungen und Mädchen.

Der offene Brief von „Foodwatch“ und die Antwort der „Stiftung Lesen“ findet man neben den Vorlesetipps auf der Website der “Stiftung Lesen”..

Schreiben mit der Hand. Warum?

Jetzt ist es wieder soweit: Die ersten Bundesländer haben mit dem neuen Schuljahr angefangen. Und die Erstklässler lernen das Schreiben. Einige leicht, andere tun sich schwer damit. Von der Rechtschreibung mal ganz abgesehen, gibt es ja nun auch genug Diskussionen um die „richtige“ Lern-Schrift. Lateinische oder vereinfachte Ausgangsschrift? Schulausgangsschrift? Wie wäre es, sofort mit der Druckschrift zu beginnen? Oder wählen wir gar die neue Grundschrift? Zu diesem Chaos gesellt sich die ketzerische Frage, wozu man diese Fähigkeit des Handschreibens überhaupt noch so genau lernen soll. Schon Grundschüler werden doch an den PC herangeführt, und Einkaufszettel oder Notizen sowieso ins Handy geschrieben – mit einer Tastatur, nicht mit dem Bleistift oder Füller.

Zu diesem Thema findet sich ein ausgezeichneter Beitrag von Miriam Meckel im Blog von brandbook.

Zitat Anfang:“ Wenn ein Mensch einzelne Buchstaben lernt, so gelingt das viel besser durch Handschrift als durch das Tippen auf der Computertastatur. Das Lernen geht schneller, und es dauert viel länger, bis die Buchstaben oder Zeichen wieder vergessen werden. Neuere Forschung zeigt, dass dies für Erwachsene ebenso gilt wie für Kinder. Einen anderen spannenden Unterschied aber gibt es: Eine Studie zum kritischen Denken und Essayschreiben aus den USA zeigt, dass Mädchen und Jungs deutlich mehr schreiben, wenn der Computer im Spiel ist. Tucholsky lässt den Computer grüßen: Ich hatte leider keine Zeit, mich kurz zu fassen. Während die Qualität des Geschriebenen aber bei den Mädchen mit Hand oder Computer nahezu gleich blieb, verbesserte sie sich die Jungen ganz wesentlich, wenn die Maschine ins Spiel kommt. Das wäre mal eine spannende These: Computer und Technik sind deshalb so oft von Männern gemacht, weil sie damit heimlich ihre Denk- und Schreibschwäche ausgleichen können.“ Zitat Ende

Gefunden habe ich diesen Beitrag im Notizbuchblog von Christian Mähler – auch sonst sehr lesenswert!

Ebenfalls dort kann man den Hinweis auf eine interessante Aktion lesen – die “Handschreibzeit“.   Jeweils freitags findet man hier ein neues Stichwort. Mitmachen kann jeder, der dazu Lust hat. Es gibt keine Mitgliedschaft und keine Verpflichtung. Der Spaß am handschriftlichen Schreiben steht im Vordergrund. Dabei gehts darum, jeweils 2 Minuten lang mit einem Schreibwerkzeug der Wahl handschriftlich auf Papier mindestens 2 Minuten lang alles aufzuschreiben, was einem zum jeweiligen Stichwort einfällt.

Der Ball rollt

Vom 8. Juni bis zum 1. Juli findet die Fußballeuropameisterschaft statt. Im Onlineshop von Unterrichtsmaterial24.de finden sich dazu viele schöne Materialien für Kinder.
Zum Beispiel die Fußballwerkstatt von Miamaus. Die gibt es auch für die ganz Kleinen der 1. und 2.Klasse. Oder die Bildkarten Fußball für den Deutschunterricht. Und wer gern rechnet, findet reichlich Material im Heft „Mathematik und Fußball“. Den Lesefächer zum Thema gibt es hier sogar auf Englisch.

Kompetenzzentrum Prävention von Spracherwerbsstörungen

Im Rahmen eines Forschungsprojektes der interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich entstand und entwickelt sich das virtuelle Kompetenzzentrum Prävention von Spracherwerbsstörungen für den deutschsprachigen Raum. Es versteht sich als eine Kontakt-, Informations- und Austauschstelle für Prävention in der Logopädie.
Auf der Website findet sich eine Vielzahl von praktischen Handreichungen wie auch den dazugehörigen theoretischen Erläuterungen. Einige stelle ich hier vor.

Der SpracherwerbsKompass
Die Früherfassung von Kindern mit Sprachauffälligkeiten hat präventiven Charakter. Der SpracherwerbsKompass ist eine Entscheidungshilfe, die im Frühbereich tätigen Fachpersonen wie beispielsweise Kleinkinderzieher- Innen oder KinderärztInnen die Entscheidung erleichtern soll, ob eine logopädische Beratung oder Abklärung zu empfehlen oder einzuleiten ist. Dabei soll es im Sinne sekundärer Prävention Ziel sein, Kinder im Alter von 2;6 bis 4;0 Jahren mit einem Risiko für spezifische Spracherwerbsstörungen und Sprachauffälligkeiten zu erkennen, um allenfalls logopädische Interventionen einleiten zu können.

Der LautspracherwerbsKompass
ist eine Entscheidungshilfe für Kindergartenlehrpersonen. Kinder im Alter von 4;0 bis 6;0 Jahren mit lautsprachlichen Auffälligkeiten sollen frühzeitig erkannt werden.

Der LesekompetenzKompass 1. Klasse
ist eine Entscheidungshilfe für Lehrpersonen von 1. Klassen. Er erleichtert die Entscheidung, ob eine Beratung bzw. Abklärung bei der zuständigen Fachperson (Logopädin, Legasthenietherapeutin) einzuleiten ist.

Der RedeflussKompass
Die hier als Download dargebotene Entscheidungshilfe ‚RedeflussKompass Version 2.0' soll einen Beitrag zur Früherfassung und Weiterweisung von unflüssig sprechenden Kindern mit Stotterverdacht leisten

Die Sprachförderung 3-4
ist eine Sammlung von Sprachimpulsen zur Unterstützung des Spracherwerbs von drei- bis vierjährigen Kindern. Hier entstand ein Pool von Förderideen.

Alle Materialien finden Sie hier zum Download: http://www.logopaedieundpraevention-hfh.ch

Legasthenie im Internet – Buch des Monats

Legasthenie in der Grundschule – dass die betroffenen Kinder Schwierigkeiten im Schulunterricht haben, wissen zum Glück immer mehr Menschen. Aber wie sieht es aus z.B. im Englischunterricht? Oder im Geigenunterricht? Ist die Montessoripädagogik für diese Kinder hilfreich? Fragen über Fragen. Und dann werden die Kinder groß, erwachsen. Wächst sich die Legasthenie aus? Verschwindet einfach? Keineswegs. Und dann? Was können erwachsene Legastheniker Sinnvolles tun, um an ihren Lese- und Schreibfertigkeiten zu arbeiten?

Auf all diese Fragen gibt es Antworten. Der EÖDL bietet wissenschaftliche Arbeiten mit Antworten auf diese Fragen zum kostenlosen Download an. Die Arbeiten wurden von den Autoren als pdf-Dokumente zur Verfügung gestellt, Sponsoren ermöglichen die Kosten für den erhöhten Traffic.

Eine prima Idee, die daher mein "Buch des Monats November" ist.

Buch des Monats Dezember

Kinder schreiben Märchen – und was für welche!

Die Journalistin und Autorin Martina Meier ermunterte im Rahmen eines internationalen Märchen-Schreibwettbewerbs ihres Kinder-und Jugendbuchportals papierfresserchen.de in Zusammenarbeit mit dem Widenboom-Verlag im Frühjahr dieses Jahres Kinder und Jugendliche, ihre eigenen Märchen zu schreiben, um diese in einem kostenlosen Ebook zu veröffentlichen. Das Ergebnis ist überwältigend!

651 Nachwuchsautoren zwischen 6 und 14 Jahren aus 27 Ländern haben genau 603 fantastische Märchen bei diesem Schreibwettbewerb eingereicht. Vom klassischen Märchen über sehr moderne Geschichten bis hin zu futuristischen Erzählungen ist alles dabei. Auch wenn nicht jede Geschichte unbedingt als Märchen durchgeht, so wurde doch jede Geschichte mit viel Liebe zum Detail und Fantasie geschrieben. 

Wer sich auch für Prinzen und Prinzessinnen, unheimliche Drachen und böse Hexen, gute Feen und verschlagene Gnome begeistern kann, dem stehen die insgesamt acht Bücher mit dem Titel "Es war einmal – Kinder schreiben Märchen" kostenlos auf der Internetseite des Widenboom-Verlages als PDF-Dateien zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Außerdem hat Martina Meier einen "Club der kleinen Dichter" gegründet, bei dem alle schreibbegeisterten Kinder und Jugendlichen mitmachen können. Und natürlich kann man auf ihrer Seite einen Newsletter abonnieren, um zum Beispiel die noch laufende Weihnachtsverlosung nicht zu verpassen!

Schreibwerkstatt

Geht es Ihnen manchmal auch so? Sie müssen einen Text schreiben, nicht zu kurz, nicht zu lang, aber interressant und informativ. Und verständlich, vielleicht auch witzig. Aber der Text soll kein Roman werden, sondern die Pressenotiz für die Produktpräsentation einer neuen Zahnpastatube….
Und Ihnen fällt so gar nichts ein, und was Sie schreiben, klingt irgendwie wie schon mal dagewesen.

Wenn Sie für die Öffentlichkeit und nicht nur für die Schublade schreiben wollen oder sollen, ist eine Schreibwerkstatt das Richtige für Sie. Hier lernen Sie online in 14 Tagen, wie Ihre Texte Biß bekommen, gern gelesen werden und im Gedächtnis des Empfängers beliben. Klar, verständlich und einfallsreich – so schreiben Sie in Zukunft!
Und ich überlege gerade, ob ich die Schreibwerkstatt vielleicht auch einmal buchen sollte?